Standort: Walbersdorf Hauptstrapße 36a
Die spätbarocke Kirche wurde in den Jahren 1793 bis 1797 unter Pfarrer Andreas Seitz errichtet. Die Grundsteinlegung erfolgte am 21. Mai 1793. Die Weihe und die erste Nutzung der Kirche fanden am 30. November 1795 statt. Vor der schmalen Giebelfassade steht der dreiseitig freistehende Turm, der erst 1798 fertiggestellt wurde. Die nach Osten ausgerichtete Kirche besteht aus einem kurzen Schiff und einem Chor mit halbrunder Apsis. Die Sakristei befindet sich an der Südseite des Chors.
Die drei Altäre und der Großteil der Einrichtung wurden von Fürst Nikolaus II. Esterházy gestiftet und stammen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, meist aus Eisenstadt. Der Hochaltar mit einem kleinen Bild des heiligen Leonhard und als Altarbild die "Vermählung Marias" wird von den beiden Figuren der Kirchenväter Augustinus und Ambrosius umrahmt.
Der linke Seitenaltar zeigt ein Bild der Kreuzigung Christi sowie die Steinfiguren des heiligen Joachim und der heiligen Anna. Der rechte Seitenaltar zeigt ein Bild der Heiligen Familie mit anbetenden Hirten sowie die Steinfiguren des Heiligen Stefan und des Heiligen Ladislaus.
Die Kanzel an der rechten Seite stammt ebenfalls aus der Bergkirche in Eisenstadt. Die Orgel mit einem neugotischen Holzgehäuse und elf Registern wurde 1904 von der Familie Anton Schreiner gewidmet.
Von den ursprünglichen vier Glocken gingen bis auf das Zügenglöcklein drei Glocken im Ersten Weltkrieg verloren und wurden nach 1945 durch neue Glocken der Salzburger Firma Oberascher ersetzt. Nach Kriegsschäden wurden 1946 der Turm und der Außenbereich renoviert; eine Gesamtrestaurierung erfolgte in den 1970er Jahren.
Diese Kirche ersetzte die ehemalige Pfarrkirche, die seit dem 16. Jahrhundert beim Friedhof an der Straße zwischen Walbersdorf und Pöttelsdorf stand und 1793 abgerissen wurde.
Die Kirche ist dem Hl. Leonhard geweiht (Gedenktag: 6. November). Er ist Schutzheiliger der Gefangenen und in weiterer Folge Schutzpatron der Bauern und ihres Viehs, der Stallknechte, Fuhrleute, Schmiede, Schlosser und vieler weiterer Berufe.
Dieser Kulturpunkt wird bei den Wanderwegen 3, 4 und 5 erreicht.