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Rinselkapelle

 

Standort: Rinselgraben (alte Marzer Straße)
Kulturpunkt Nr. 80
Dieser Kulturpunkt wird bei den Wanderwegen 4 und 7 erreicht.

 

Obwohl die Kapelle wegen des benachbarten kleinen Baches eigentlich Rinnsalkapelle heißen müsste, verwendet bereits der Chronist Jakob Wittmann den Namen Rinsel, in älteren Urkunden "Rinßel".

Ursprünglich stand an diesem Ort eine im 15. Jh. errichtete Mariensäule, später mit Holzbrettern zu einer kleinen Kapelle eingehaust. In der Zeit der Reformation war diese Holzkapelle der Gebetsort der restlichen acht katholischen Familien in Mattersdorf.  Nach einem Brand 1750 zerstört, errichtete Pfarrer Johann Unger vor 1780 an der gleichen Stelle diese Kapelle. 1875 verwüstet, 1945 schwer beschädigt, immer wieder erneuert und restauriert, zuletzt vollständig in den Jahren 1991 und 1992.

Die kleine Kapelle ist ein spätbarocker Bau mit quadratischen Grundriss, Volutengiebel und Rundapsis und abgesetzten Rundbogenfenstern an den Seiten. Der Altar besteht aus einer sarkophargartigen Mensa und ist von Steinfiguren des Heiligen Joachim und der Heiligen Anna umgeben. Am Altaraufsatz ist Gottvater zu sehen. Über dem Altar hängt eine Gnadenbildkopie der Madonna von Tschenstochau aus der Zeit um 1770. Das Original dieser Gnadenbildkopie hängt nun in der Stadtpfarrkirche über dem Annenaltar. In der Kapelle seit der letzten Renovierung nur mehr eine Kopie. Die beiden Glasfenster wurden 1947 neu gestaltet.

Das gelegentlich noch immer erzählte Gerücht, dass rund um die Kapelle ein Schatz vergraben wurde, stimmt nicht. Bodenuntersuchungen bei der letzten Restaurierung zeigten kein Ergebnis. Wahrscheinlich waren in der Reformationszeit Kelche und weitere liturgische Gegenstände der Katholiken vergraben, die nach der Gegenreformation wieder ausgegraben wurden.