Standort: Walbersdorf Marzerstraße 5
Kulturpunkt Nr. 112
Dieser Kulturpunkt wird bei den Wanderwegen 3 und 4 erreicht.
1870 errichtete die Herrschaft Esterhazy das Ziegelwerk, verkaufte das Werk aber bereits 1874 an die Besitzer der Hirmer Zuckerfabrik Hartig-Rothermann. Bereits 1885 baute Hartig-Rothermann einen Ringofen mit 16 Brennkammern ein. Dadurch konnten ca. 3 Mio. Ziegel im Jahr mit 130 Arbeiter, darunter vielen Frauen, produziert werden. Die Erben Mathilde Rothermann, Konrad Patzenhofer, Gisela und Adalbert Matisz und Judith Mikecz führten die Ziegelei bis 1969 und verkauften das Gelände an die Stadtgemeinde Mattersburg. Durch einen Grundtausch mit dem Betonwerk Koch in Mattersburg, heute Standort der Straßenverwaltung der S31, konnte Koch sein größeres neues Betonwerk hier errichten.
Exkurs: Romasiedlung in Walbersdorf
Anzunehmen ist, dass erst Ende des 19. Jahrhunderts die ersten Roma nach Walbersdorf gezogen sind. Ihre Behausungen haben sie am Gelände der Ziegelei errichtet, weil die meisten Männer hier auch Arbeit fanden. 1930 wohnten ca. 50 heimatberechtigte Roma in diesen rund 15 einfachen Lehmhütten. Von den Nationalsozialisten, die auch die Siedlung zerstörten, ab Juni 1939 verschleppt, die meisten sind in den Konzentrationslagern der Nazis ums Leben gekommen. Ein Gendarmerieprotokoll vermerkte 1948, dass nur drei Erwachsene Roma nach dem Krieg zurückgekehrt sein sollen, weiters gab es zwei nach 1945 geborene Kinder.