Standort: Hauptplatz 14
Kulturpunkt Nr. 7
Dieser Kulturpunkt wird bei den Wanderwegen 1, 2 und 4 bis 7 erreicht.
Ursprünglich waren auf diesem Standort zwei Fleischereien. Aus Raumnot im alten Schulgebäude bei der Kirche (Kulturpunkt 27) wird 1855 der Bau eines neuen Schulgebäudes für die Volksschule begonnen und bereits 1857 wird in drei Klassen unterrichtet.
Von 1910 bis 1916 finden die Räume als Gemeindeamt Verwendung, ab 1914 parallel dazu werden die Schüler der neuen Bürgerschule unterrichtet. Ab 1924 wird die Bürgerschule als neue "Burgenländische Deutsche Mittelschule" (Vorläufer des Gymnasiums) bis 1938 in diesem Gebäude untergebracht.
Von den Nationalsozialisten wurde das Gebäude an die Bast (Obstverwertungs-gesellschaft) Wiesen verkauft und 1945 an die Gemeinde rückübergeben. Nach der Sanierung wurde das Haus von 1946 bis 1972 wieder als Rathaus genutzt, anschließend bis 1992 als Stadtmuseum. Seit dem Verkauf an private Investoren dient es heute mehreren Gewerbebetrieben.
Exkurs – Standorte der Gemeindeverwaltung:
Ab dem 16. Jahrhundert war der Sitz der Gemeindeverwaltung meist im Wohnhaus des jeweiligen Marktrichters (Vorgänger der Bürgermeister).
Gesichert ist, dass die Gemeindekanzlei seit 1882 gemeinsam mit dem Gericht und dem Grundbuch im Gerichtsgebäude (Kulturpunkt 11) untergebracht war.
1910 bis 1916 war das Gemeindeamt in der alten Volksschule am Hauptplatz 14 und übersiedelte bis 1938 in das Haus Obradovits (G. Degen-Gasse 9 – Kulturpunkt 10) in den ersten Stock.
Von 1938 bis 1946 war die Gemeindeverwaltung in der von den Nationalsozialisten aufgelassenen Bezirkshauptmannschaft (Angergasse 1 – Kulturpunkt 64).
Nach einer Sanierung ab 1946 und Umbauarbeiten zwischen 1950 und 1952 war die Gemeindeverwaltung wieder im jetzt "Alten Rathaus" am Hauptplatz 14.
Weil das Alte Rathaus nach der Gemeindezusammenlegung mit Walbersdorf 1971 zu klein wurde, errichtete die Stadtgemeinde am Brunnenplatz 4 (heutiger Standort) ein neues Verwaltungsgebäude, es wurde im Herbst 1972 bezogen.